Ein neuer Spitex-Verband für den Klettgau

Die Mitglieder des Kranken- und Hauspflegevereins Schleitheim (KHS) haben vorgestern Abend an ihrer GV den Vorstand einstimmig beauftragt, zusammen mit Partnerorganisationen einen neuen Verband Spitex Unterklettgau/Randen (SPUR) zu gründen. Zudem hat die GV die Verbandsstatuten zuhanden der Gründung nach Zivilgesetzbuch genehmigt.

„Leistungen aus einer Hand“
Der Zweck des Verbands ist gemäss den Statuten die „Sicherstellung der ambulanten Spitex-Versorgung für seine Versorgungsregion“. Dazu kann er mit den Gemeinden Leistungsaufträge abschliessen und deren Umsetzung an einzelne Verbandsmitglieder delefieren. Er kann aber auch „weitere Einrichtungen um Dienste schaffen“, um seine Aufgaben zu erledigen.
„Der Verband SPUR soll für die Gemeinden Hallau, Oberhallau, Schleitheim und Beggingen eine Dachorganisation bilden, welche die Spitexleistungen aus einer Hand anbietet“, sagt Christian Stamm, der Aktuar des KHS. Mit der Zustimmung zur Gründung dieses Verbands sei nun der erste Schritt zum neuen Konzept getan.

Positive Jahresrechnung
Im Weiteren genehmigte die GV des KHS vorgestern den Jahresbericht 2014 sowie die Jahresrechnung. Dies schliesst bei einem Aufwand von rund 258000 Franken mit einem Gewinn von rund 7350 Franken ab. Das gute Resultat ist unter anderem dem Leistungsauftrag der Gemeinden zu verdanken. Schleitheim hat den Leistungsauftrag mit 50000 Franken abgegolten, Beggingen mit 16000 Franken. Auch die ehrenamtlichen Fahrer des Mahlzeitendiensts helfen, die Kosten tief zu halten.
Ebenfalls genehmigt wurde das Budget 2015 sowie eine Investition von 25000 Franken in die Renovation der Spitexstützpunkt-Räumlichkeiten am Schleitheimer Gemeindehausplatz.

Hallau und Beggingen entscheiden heute
Die entsprechenden Versammlungen der Spitex Hallau und Umgebung sowie des Kranken- und Hauspflegevereins Beggingen finden übrigens heute Mittwoch statt. Es ist anzunehmen, dass auch diese der SPUR-Verbandsgründung zustimmen werden. Die Gemeinden sind ihrerseits bereit, nach diesen Vereinsentscheidungen die entsprechende Eingabe an den Regierungsrat noch vor Ende April einzureichen.

Ziel wäre Start Anfang 2016
„Wir werden bei diesem neuen Verband auch mit dabei sein“, sagt der Hallauer Sozialreferent Daniel Meyer. Man werde diesen Vorschlag nun bis zum Ende dieses Monats an die Regierung einreichen, da die entsprechende Frist Ende dieses Monats ablaufe. Ob der Regierungsrat den Vorschlag gutheisse hält Meyer für „ergebnisoffen“. Immerhin sei dies schon der zweite Ansatz, nachdem Hallau dem ersten, heimbasierenden Ansatz eher kritisch gegenüber stand.
Natürlich würde ein solcher zweiter Spitexverband im Klettgau eine Spaltung dieses Aufgabenbereichs bedeuten, so Meyer weiter. Dies aber nur theoretisch. Denn die Spitex Klettgau-Randen habe im künftigen Gebiet der SPUR bislang nur in Oberhallau zahlreiche Aufträge gehabt – in Schleitheim und Hallau nur wenige und in Beggingen gar keine.
Wohl ins Gewicht fielen hingegen jene ca. 150000 Franken, welche die SPUR-Gemeinden künftig nicht mehr der Spitex Klettgau-Randen bezahlen müssten. „Das dürfte Hansruedi Schuler schon zu denken geben“, sagt Meyer. Das Ziel wäre übrigens, am 1. Januar 2016 mit der operativen Tätigkeit des neuen Spitexverbands SPUR zu beginnen. Wenn allerdings die Regierung den Vorschlag ablehne, dann müsse man eben weiter arbeiten wie bisher.
„Ein gutes Zeichen“
„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir bei diesem Vorhaben mit dabei sind“, sagt der Oberhallauer Gemeindepräsident Hansueli Graf. Er geht ebenfalls davon aus, dass auch die Spitex Hallau und Umgebung heute Abend zustimmen werde. Politisch sei das Ganze zusammen mit den Sozialreferenten der entsprechenden Gemeinden ebenfalls schon aufgegleist.
„Dieser Entscheid ist ein gutes Zeichen, vor allem für diejenigen, die dieses Projekt aufgebaut haben“, bemerkt Hans Rudolf Stamm, der Gemeindepräsident von Schleitheim. Künftig müsste man nun keine Beiträge mehr an die Spitex Klettgau-Randen leisten. Aber man habe ja auch keine Leistungen bezogen. Zu der Frage, ob der Regierungsrat dem Vorhaben zustimmen werde, wolle er sich im Vorfeld nicht äussern. Die Grösse dieser neuen Versorgungsregion liege allerdings sicher in dem vom Kanton geforderten Rahmen.

(Quelle: Schaffhauser Nachrichten 15.04.2016)